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Kommende Veranstaltungen – FB 07 – Human Challenges DE

Unter Mitwirkung von Challenges-Mitglied und Sprecher der TA 3 Johannes Lipps wurde nach positiver Begehung die zweite Förderphase des SFBs Andere Ästhetik bewilligt. Wir gratulieren und freuen uns weiterhin auf eine produktive Zusammenarbeit!

Nähere Informationen zum Forschungsprogramm der zweiten Förderphase finden Sie hier.

Lesen Sie dazu auch die entsprechende Pressemitteilung der JGU.

Dagi Bee, Trump, die Kardashians… sie alle sind bekannte Influencer*innen unserer Zeit, die über Instagram, Twitter, Facebook und Co. einen großen Einfluss ausüben. Das Phänomen Influencing möchte man schnell in das Zeitalter der Digitalisierung einordnen und abhaken. Aber… ist es so einfach?

 

 

In der von Studierenden der Altorientalistik, des Bereichs Altes Testament und der Klassischen Archäologie kuratierten Ausstellung "Influencing? Auch in der Antike!" - in der Schule des Sehens - soll es genau darum gehen. Sie beleuchtet das Konzept Influencing und schaut, welche Ideen sich davon auch schon in die Antike verorten lassen.

 

Von neuesten Modetrends, einflussreichen Persönlichkeiten bis hin zu großen sozialen Austauschplattformen - Sie sind herzlich eingeladen, sich in die antike Welt entführen und sich von den Trends jener Zeit beeinflussen zu lassen!

Vernissage: 31.5.2023 um 18 Uhr. Besuchszeiten: dienstags und donnerstags von 12-14 Uhr.

Von spitzen Griffeln und manipulierten Materialien

Bericht zum Workshop „Das geritzte Wort“ (22.–24. Februar 2023) in Mainz

Geritzte Worte konnten in der Antike eine besondere Wirkung entfalten. So wurden die Verwünschungstexte der sogenannten Fluchtafeln (defixiones) mit einem spitzen Griffel in dünne Bleilamellen geritzt. Der Schreibvorgang selbst hat hier eine gleichsam symbolische Bedeutung, die durch weitere rituelle Manipulationen, wie Falten, Rollen oder Durchbohren, noch verstärkt werden konnte. Wer seine Feinde wirkungsvoll manipulieren wollte, manipulierte also zunächst einfach das Beschreibmaterial.

Der Workshop „Das geritzte Wort. Fluchtafeln und die Literatur der neutestamentlichen Welt. Oder: Von Texten in Dingen und Dingen in Texten“ ist diesem Thema vom 22. bis 24. Februar an der Universität Mainz nachgegangen. Die Tagung hatte sich zum Ziel gesetzt, die Trennung von Text und Material hintanzustellen und die Berührungspunkte zwischen Texten und Dingen zu untersuchen.

 

Dabei ging es zum einen um das beschriebene Artefakt mit seinen archäologischen und rituellen Kontexten: Was erzählen Fundstücke wie die Fluchtafeln (defixiones) über die Umstände ihrer Entstehung? Der Workshop fragte darüber hinaus, ausgehend von antiken Texten, auch danach, welche Positionen Texte zum Material einnehmen, wie Materialität konkret literarisch ausgestaltet wird und welche Sinndimensionen damit verbunden sind. Kurz: Wie erzählen antike Texte über die Materialität der defixiones und anderer Artefakte?

Besonders anschaulich wurde das Schreiben auf Bleilamellen im Vortrag von Jürgen Blänsdorf, der zu den Fluchtafeln aus dem Mainzer Heiligtum der Isis und Mater Magna in der Römerpassage geforscht hat. In einer Praxiseinheit zum Beschriften von Bleilamellen bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst „einen Ritz“ zu machen, wie es Jürgen Blänsdorf formulierte. Auf diese Weise ließ sich die „Schreibdynamik“, die auf den Fluchtafeln erkennbar ist, auch selbst nachempfinden.

Der von Dr. Michael Hölscher von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltete Workshop ist Teil des Projekts „Entzauberte Rituale“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) noch bis 2025 gefördert wird. Zur Website des Projekts: https://defixiones.hypotheses.org/

Fotos/©: Michael Hölscher/JGU

Venedig, Byzanz und das Osmanische Reich waren im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte in vielfältiger Weise miteinander verbunden. Für den Zeitraum vom 11. Jahrhundert bis ins frühe 18. Jahrhundert sollen in diesem Studienkurs die Voraussetzungen, Folgen und Begleiterscheinungen dieser spannungsvollen multilateralen Beziehungsgeschichte im östlichen Mittelmeerraum nachvollzogen werden. Der dezidierte Fokus auf Kriegskulturen ermöglicht es dabei, die hier greifbar werdenden Verflechtungen nicht auf militärische Konfrontation und Auseinandersetzungen zu reduzieren, sondern die im Krieg wirkenden unterschiedlichen Wechselwirkungen politischer, sozialer, kultureller und ökonomischer Faktoren unter Einbeziehung der damit verbundenen Akteure, Netzwerke und Wissenstransferprozesse zu reflektieren. Aus dieser Perspektive sollen neben diachronen Entwicklungen und Schlüsselereignissen auch Querschnittsthemen und übergreifende Phänomene wie das Feld der Diplomatie, die Lebenswelten der Dolmetscher und Gesandten, Kriegsgefangenschaft oder Piraterie behandelt werden.

Der historisch ausgerichtete Studienkurs wird die Schnittstelle zwischen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Geschichte, Byzantinistik und Osmanistik in den Blick nehmen, dabei aber auch übergreifende Themen der Kultur- und Verflechtungsgeschichte sowie Ansätze aus Materialwissenschaften und Kunstgeschichte punktuell mit einbeziehen.

Der Studienkurs richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktorand/innen. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Jun.-Prof. Dr. Barbara Henning (JGU Mainz), Dr. Andreas Helmedach (Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch (JGU Mainz).

Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2023, weitere Informationen finden Sie hier.

Die tollen Nachrichten setzen sich fort: Unter Leitung von TA 3-Sprecher Prof. Dr. Johannes Lipps, Challenges-Mitglied Dr. Kerstin P. Hoffmann und Prof. Dr. Aline Deicke (Marburg) wird das Langzeitvorhaben "disiecta membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland" in das Forschungsprogramm der Wissenschaftsakademien aufgenommen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg!

Weitere Informationen finden Sie in der entsprechenden Pressemitteilung.

Herzlichen Glückwunsch an unsere PartnerInnen vom GRK2304 "Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption", die garantiert auch in ihrer zweiten Förderperiode spannende Untersuchungsergebnisse erzielen werden!

Die entsprechende Pressemitteilung finden Sie hier.

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